Erleichterung nach dem Hohldrehen

Erleichterung nach dem Hohldrehen

Michel Houellebecq, der große Meister des „was wäre, wenn…“ beschreibt in seinem Roman „Unterwerfung“ eine sehr fein beobachtete Reaktion innerhalb seines eigenen Milieus, der dekadenten linksliberalen Akademiker, nachdem der Islam die Macht in Frankreich übernommen hat: Erleichterung. Die gelangweilt herumfickenden Nihilisten beiderlei Geschlechts sind froh, dass deren angestrengte Kopulationsversuche nun endlich ein Ende haben. Durch die neuen Machtverhältnisse dürfen sich die linksliberalen Professoren ganz offiziell neben ihren Frauen auch jüngere und unterwürfige Geliebte halten, während die linken Akademikerinnen – von ihren mit hohlem Pathos vorgetragenen Freiheitsverpflichtungen entledigt – zuhause bleiben, kochen und backen dürfen.

Was Houellebecq hier literarisch in den Blick bekommt, ist einer der Beweggründe, ohne den die immer lauter kreischenden Verfechter von open-borders, black-lives-matter und feminisms 2.0 gar nicht zu begreifen sind: Am Ende werden sie alle erleichtert sein, dass ihr hohldrehender Irrsinn ein Ende hat. Da ihr Selbsthass jedoch so immens ist, wird dasjenige, das ihrem Spuk ein Ende bereitet, von Außen, vom Fremden kommen müssen. Dies ist die einzige rationale Erklärung für die unbändige Lust, mit der diese Gruppen sich an protofaschistische Bewegungen aus dem Ausland binden, ohne dabei auch nur ein Jota ihres Tugendfurors zurückzunehmen.

Das Phänomen ist übrigens weder neu noch unbekannt. In der Polizeipsychologie wird es „Selbstverratstendenz“ genannt, und die setzt ein, wenn ein Täter wegen seiner jedes Tabu brechenden Taten und der darauf einsetzenden medialen Erregungsmaschinerie in seiner eigenen Vorstellung zu einem unangreifbaren Übermenschen mutiert. Diesen Zustand hält kein Normalsterblicher lange aus. Der Wunsch, gefasst zu werden, entspringt dem menschlichen Bedürfnis, wieder zurückzukehren zum Normalen. Was dann bleibt, ist die Erleichterung des Täters, endlich gestoppt worden zu sein, von der erfahrene Polizeiermittler ein Lied singen können.

Die Flüchtlingskrise 2015 war ja nicht nur deswegen ein so verheerendes Szenario, weil den Speerspitzen des Islamismus immer neues Fußvolk zugeführt wurde; oder weil hunderte von Milliarden an Steuergeldern schlichtweg fehlinvestiert wurden; oder weil das soziale und juristische Kapital einer Gesellschaft mutwillig und vorsätzlich schwerst beschädigt wurde. Die Flüchtlingskrise 2015 war so verheerend, weil sie einer kleinen, aber lautstarken Minderheit, die am Selbstverrat unserer Gesellschaft mit Fanatismus arbeitet, eine Legitimität verlieh, die es bis dahin in einer Hochindustrie-Gesellschaft noch nicht gegeben hatte.

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Quelle: Achgut.com

Bild: Pixabay – merlijn72

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