Der Zauber des Papiers (Teil 1)

Wir werden hier auf diesem Blog in den nächsten Tagen in mehreren Artikeln das Grundübel unserer Gesellschaft aufgreifen: Unser Geldsystem. Die wenigsten Bürger wissen, wie es funktioniert. Henry Ford schrieb: „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Es heißt die Coronakrise wird genutzt um das völlig marode Geldsystem zuretten. Es folgt eine fünfteilige Serie von Susanne Kablitz über das Geldsystem aus dem Jahr 2013 unter der Überschrift Beelzebubs Triumph. Diese Artikel wurden uns vom ef-magazin dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Diese werden leicht gekürzt hier wiedergegeben.

Swen

Der Zauber des Papiers

„Verschuldung ist nichts weiter als vorgezogener Konsum, der in der Zukunft ausfällt.“ 

Das waren die sehr zutreffenden Worte eines Dr. Hjalmar Schacht, der von 1923–1930 und von 1933-1939 Präsident der Deutschen Reichsbank war. Wahre Worte eines Mannes, die seit den schlimmsten Wirtschaftsturbulenzen Deutschlands nichts von ihrer ewigen Gültigkeit verloren haben. Nun befinden wir uns wieder in wirtschaftlichen Turbulenzen, nur werden diese noch viel rauher und vernichtender als wir uns das in der Masse im Moment vorstellen können und noch viel weniger wahrhaben wollen.

Die Summen mit den irrsinnig vielen Nullen, die in den letzten Jahren durch die Gazetten rauschen, sind für „normale“ Menschen nicht nachvollziehbar. Viel zu abstrakt erscheinen „Rettungssummen“  und Schuldenstände die uns alle geradewegs in die vollständige Aufgabe jeglicher Freiheit führen werden. Und genau hier schlägt die Stunde der Mächtigen, denn nichts ist verführerischer als Unwissenheit und Desinteresse der Betrogenen.

Seit Jahrhunderten haben Papiergeldversuche immer in totalem Chaos geendet; trotzdem setzt es sich durch, auch immer wieder. Aber was hat eigentlich zum Siegeszug des Papiergeldes geführt, der jetzt einmal wieder sein bitteres Ende finden wird?

Menschen wirtschaften arbeitsteilig, weil so insgesamt mehr Güter innerhalb einer Wirtschaftsgemeinschaft, eines Dorfes, eines Stammes, eines Landes, produziert werden können, als wenn alle ihre jeweils benötigten Güter selbst produzierten. Der eine hütet also Schweine, während der andere Holz fällt, der andere Gemüse anbaut, der nächste Leder gerbt, und so weiter.

Warum ist das effizienter als Selbstversorgung, bei der jeder ein bißchen Holz fällt, ein bißchen Schweine züchtet und ein bißchen Leder gerbt? Weil alle Tätigkeiten einen gewissen Lernerfolg und damit Investition von Lebenszeit erfordern, die dann für die Produktion fehlt; und weil während des Wechsels von einer zur anderen Tätigkeit immer Zeit verlorengeht. Wenn ich im Wald Holz fällen war und dann zu meinem Schweinestall gehe, produziere ich während des Weges nichts.

Es entwickelt sich also eine arbeitsteilige Gesellschaft, was automatisch zur Tauschwirtschaft führt. Der eine hat Schweinefleisch, der andere Honig, der andere Holz, und so weiter.

Tauschwirtschaft hat das Problem, daß immer zwei Personen zusammenfinden müssen, die gleichzeitig das anbieten, was der jeweils andere nachfragt, und im selben Moment das nachfragen, was der jeweils andere anbietet. Daher wird ein marktgängiges Gut verwendet, um dieses Problem zu minimieren. Dieses allgemein nachgefragte Tauschgut ist zunächst ein Warengeld, also eine sehr marktgängige Ware.

Beispiel: Ich produziere Fleisch und benötige Kerzen. Nun kann ich versuchen, jemanden zu finden, der mit mir Kerzen gegen Fleisch tauscht. Während ich nach dieser Person suche, kann das von mir produzierte Fleisch verderben, womit ich einen Verlust erleiden würde.

Ich weiß jedoch, daß sehr viele Menschen gerne Bier trinken. Also tausche ich das Fleisch zunächst gegen Bier, das länger haltbar und marktgängiger ist – Bier wird von mehr Menschen gleichzeitig nachgefragt. Das Bier tausche ich dann gegen die Kerzen, die ich eigentlich benötige. Im Laufe der Zeit kommen immer mehr Menschen auf diese Idee, was die Marktgängigkeit von Bier noch weiter erhöht. Bier entwickelt sich zum führenden Warengeld.

Nun kommt irgendwann jemand auf die Idee, Bier durch etwas Seltenes und Unverderbliches wie Gold oder Silber zu ersetzen. Das vereinfacht den Handel weiter, da dieses Warengeld nicht verderblich ist und auch nicht in beliebiger Menge produziert werden kann. Gold- und Silbermünzen etablieren sich so als allgemeingültiges Geld.

Wirtschaftlich erfolgreiche Menschen häufen im Laufe der Zeit viel Gold und Silber an, was das Problem der Lagerung und Sicherung dieses Vermögens mit sich bringt. Menschen kommen auf die Idee, eben dieses Verwahren als Dienstleistung anzubieten, und gründen die ersten Banken. 

Zunächst schleppen die Leute ständig Edelmetall zur Bank und dann wieder von der Bank weg, bis jemand auf die Idee kommt, einfach den Herausgabeanspruch auf die Edelmetallmünzen auf Urkunden, Dokumenten, Geldscheinen festzuhalten. Das Edelmetall bleibt in der Bank, nur der verbriefte Herausgabeanspruch darauf wird noch herumgereicht, was den Handel weiter vereinfacht. 

Die Papierscheinchen wurden nicht als Geld betrachtet, sondern lediglich als praktikabler Ersatz und als Beleg für das hinterlegte Edelmetall, das auch als Waren-„Geld“ bezeichnet werden konnte. Warengeld deshalb, weil hinter dem im Eigentum stehenden Edelmetalls ein echter Wertschöpfungsprozeß stand.

Bei Bedarf wurde das Papierzertifikat gegen den hinterlegten echten Wert, wie z.B. Gold wieder eingetauscht. Papier-„Geld“ war leichter und im täglichen Tauschprozess einfacher zu handhaben.  

Dieses Papier-„Geld“ hatte Wert, da sich dahinter ein eben solcher tatsächlich verbarg. Dieser tatsächliche Wert wurde gegen eine Gebühr und die Ausgabe des Zertifikates entweder für eine bestimmte Zeit sicher aufbewahrt oder an andere Menschen für eine vereinbarte Zeit ebenfalls gegen eine Gebühr ausgeliehen.

Die Zettel selbst waren vollkommen wertlos, stellten sie doch einfach nur eine Quittung für den Verblieb oder den Verleih dar.

Nun war leider diese im Prinzip gute Idee ein erster Schritt in unser heutiges Betrugssystem. Sobald nämlich diese bunten Scheinchen als Wert akzeptiert waren, eröffneten sich den Erfindern dieses für sie genialischen Systems ungeahnte Möglichkeiten.

Bankiers entdeckten schon sehr früh, wie leicht Menschen zu manipulieren sind. Man muß ihnen nur den Anschein von Glaubwürdigkeit und Ehrbarkeit so lange einreden, bis diese daran glauben. Das macht man am effektivsten, wenn man in arroganter Gutsherrenart sein Gegenüber von „oben herab“ behandelt und den Anschein erweckt, den Stein der Weisen in der Tasche zu haben. 

Unterstützend schmeißt man sich in einen edel wirkenden Zwirn und plappert dummes Zeug. Dieses dumme Zeug muß aber sehr klug klingen, was man dadurch erreicht, daß man für einfache Begriffe komplizierte Umschreibungen und Synonyme  kreiert, die dann in lässiger Art den einfachen Menschen präsentiert werden. 

Dazu noch ein bißchen geheimnisumwittertes Gehabe, ein überhebliches Auftreten und fertig ist die perfekte Lichtgestalt.

Als die Bankiers es spitzbekamen, wie einfach mit diesem simplen Rezept ein Haufen Gewinn zu machen ist, war der Zauberei vom Schaffen des Geldes aus dem Nichts Tür und Tor geöffnet. Durch die Ausgabe des Vielfachen an Papierzettelchen, die nicht durch die gelagerten Werte in den Tresoren gedeckt waren, gelang es den selbsternannten Königen des Geldes aus einer grundsätzlich zu Beginn guten Idee, ein ausgeklügeltes Schneeballsystem aufzubauen.

Nun war es aber leider so, daß auch normale Menschen des Denkens mächtig waren und die Gefahr bestand, daß der Schwindel auffliegen würde. Die Reich-Mach-Maschinerie, die sich aus diesem System entwickeln konnte, wenn man noch ein paar hübsche Zutaten beimischen würde (auf die wir noch zu sprechen kommen), würde in sich zusammenbrechen. Die Menschen würden sich von diesem System abwenden und einem anderen, einem Besseren, zuwenden –  so wie es in einer wirklich freien Marktwirtschaft üblich und richtig ist.

Freie Marktwirtschaft war aber schon früher für gewisse Gruppen von Nachteil. Also entschloß man sich, die freie Marktwirtschaft in diesem Bereich abzuschaffen. Freie Marktwirtschaft schmeckt meist denen nicht, die sich lieber durch einmal erworbene Privilegien und den erreichten Besitzstand als durch innovative Ideen und Kreativität am Markt behaupten wollen.

Um also die Abkehr von der Marktwirtschaft realisieren zu können, holte man sich den Staat ins Boot. Der Staat war deshalb so überaus hilfreich, weil er sich durch das ihm inne wohnende Monopol der Gesetzgebung der Möglichkeit bedienen konnte, disziplinierende und den Bankiers nachteilige Aspekte entsprechend auszuhebeln. Die Bankiers könnten von ihrer Edelmetall-Einlösepflicht befreit werden und somit der unschönen Einsicht entgehen, daß sie eigentlich permanent pleite sind. 

Die Herstellung und Ausgabe von ungedecktem Papiergeld machte den Anschein, sich Dinge leisten zu können, die bei einer echten Wertdeckung niemals möglich gewesen wären. Und von dieser Möglichkeit machte der Staat reichlich Gebrauch, indem er den Banken Anleihen verkaufte und sich somit scheinreich verschuldete. Eine “Amour fou” der ganz feinen Sorte.

Um den Anschein von Legalität im Bankengewerbe zu erwecken, wurde zunächst in England die erste sogenannte Zentralbank, die Bank of England, gegründet, die die normalen Banken vordergründig zu einem „seriösen“  Vorgehen anhalten sollte, in erster Linie aber nötig war, um dem klammen England aus der Patsche zu helfen. Zahllose Kriege, die nur durch die Ausgabe von wertlosem Papiergeld geführt werden konnten, forderten ihren Tribut.

Die Zentralbank gab unter Zustimmung der Regierung eigene Zertifikate als Geld heraus und untersagte ab 1833 allen anderen Banken die eigenen zu verwenden. Das war ein genialer Schachzug –  aufgrund der historischen Edelmetalldeckung, die den Menschen den Eindruck vermittelt hatte, das Papier sei jederzeit in Gold oder Silber umzutauschen, kam gar nicht erst der Verdacht auf, hier könnte etwas nicht mit rechten Dingen zugehen.

Die enge Verbindung zwischen Regierung und dem Bankwesen wurde zementiert und mit ihr der regelmäßig wiederkehrende Niedergang der Zahlungsfähigkeit von Millionen von Menschen. Der Mechanismus breitete sich in der Folgezeit immer weiter aus, immer zum Vorteil von Banken, Staaten und Konzernen und immer zum Nachteil der ahnungslosen Masse der Menschen.

Quelle: www.ef-magazin.de

Bild: Pixabay – eroyka

Bild: Pixabay – hanpen2

Querdenken-761 Wir benötigen finanzielle Hilfe

Wir haben bis jetzt den größten Teil der Ausgaben durch unser Team finanziert aber jetzt benötigen wir Hilfe.

Wir haben in den letzen Monaten Ausgaben für die Demonstrationen, Equipment, Anlage, Flyer, Karten, Tische, Zelte, Fahrzeuge für die Blogs mit Servern, Programmierern, Internet – und Telefonkosten, Software, Hardware 

Wir haben „Medial“ aufgerüstet und möchten so viel mehr Menschen erreichen – dass hat unsere ganze Kraft aber auch unsere Ressourcen verbraucht

Wir werden in den nächsten Tagen noch einige Spendenaufrufe starten und hoffen, das Sie uns unterstützen.

Team Querdenken-761 – Querdenken Freiburg – Achtung neues Konto!

Auf das Konto:

DE61 1001 1001 2620 3569 10

BIC: NTSBDEBTXX

Betreff:

 „Mitdenken Spende Kto. R. Freund“

 

Patreonhttps://www.patreon.com/Querdenken761 

 

Paypal – ron@nichtohneuns-freiburg.de


Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz